logo caritas

Krebskranke gelten während der Corona-Pandemie als Hochrisikopatienten. Die Wahrscheinlichkeit eines schweren Krankheitsverlaufs ist bei gleichzeitigem Befall mit Covid-19 höher. Die Krebspatienten sorgen sich um die Infektionsgefahr und das Besuchsverbot in den Kliniken. Wir sprechen mit Dr. Martin Müller-Stahl, Chefarzt der Krebsfachklinik Veramed in Brannenburg.

Wie geht es den Menschen momentan, die mit einer Krebserkrankung in der Veramed Klinik sind?

Dr. Müller-Stahl: Wir klären unsere Patienten immer wieder mündlich und schriftlich über die besonderen Regeln auf, die unter der Pandemie bestehen. Wenn wir Miteinander und füreinander denken und handeln, verringern sich unsere Ängste und die Ansteckungsgefahr. Wir telefonieren noch mehr als sonst mit Patienten, die sich zu Hause befinden. Wir geben Tipps und spenden Mut. In der Veramed Klinik läuft die Krebstherapie im Wesentlich wie gehabt weiter. Wir versuchen, für möglichst viel Entspannung zu sorgen. Gute Beratung ist ebenso wichtig wie miteinander Lachen oder regelmäßige Sporteinheiten. Neben der schulmedizinischen Therapie müssen wir jetzt erst recht Selbstheilungskräfte aktivieren.

Müssen schwerkranke Menschen Angst haben, sich nicht verabschieden zu können?

Dr. Müller-Stahl:  Tatsächlich ist die Angst von Betroffenen sehr groß, aufgrund des Besuchsverbotes vielleicht nicht richtig Abschied nehmen zu können. Das belastet die Kranken und ihre Angehörigen zu gleichen Teilen. Derzeit stellen wir daher unseren Internetzugang im Zimmer kostenlos zur Verfügung. Wir haben selbstverständlich besondere Regelungen getroffen, die schwerstkranken Menschen oder Menschen in der Sterbephase mit ärztlicher Sondererlaubnis den Besuch ermöglichen.

Ändert sich für Krebspatienten allgemein etwas in der Therapie?

Dr. Müller-Stahl: Alle Behandlungen, die medizinisch erforderlich sind, werden bei uns weiter durchgeführt. Wir dürfen die zahlreichen aktuellen Einschränkungen auch als Möglichkeit betrachten, gewohnte Abläufe zu hinterfragen oder sogar zu verbessern. Wir versuchen, aus der Krise zu lernen und wie immer, optimale Lösungen für die Kranken zu finden.

Bei Fragen wenden Sie sich gerne an uns! 

­