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Operation, Strahlentherapie, Chemo- oder Hormontherapie sind die gängigen Behandlungsmethoden bei Krebs, die leider oft mit schweren Nebenwirkungen verbunden sind. Unter Krebs leidet aber nicht nur der Körper, sondern auch Geist und Seele. Deshalb hat sich die Krebsfachklinik Veramed ein ganzheitliches Behandlungskonzept auf die Fahnen geschrieben. Seit 1985 unterstützt die zwischen München und Kufstein gelegene Spezialklinik Patientinnen und Patienten im Kampf gegen Krebs. Dazu gehört, dass Nebenwirkungen der Krebstherapie mit naturheilkundlichen Verfahren wirkungsvoll gelindert werden. Wir sprechen mit dem Chefarzt Dr. Martin Müller-Stahl über die Kombination aus Schulmedizin und Naturheilkunde.

Was ist der neueste Stand der Forschung in der Tumortherapie?

Dr. Müller-Stahl: Gerade im Bereich der medikamentösen Tumortherapie gibt es beeindruckende medizinische Fortschritte. Die sogenannten Immuntherapien sind dabei ein echter Paradigmenwechsel in der Krebstherapie. In der Veramed Klinik gewährleisten wir für unsere Patienten immer den neuesten Stand der Wissenschaft. So kommt zum Beispiel die Antikörpertherapie zum Einsatz. Diese zerstört nicht mehr querbeet alle Zellen – also auch die gesunden – sondern gezielter die Krebszellen. Gleichzeitig wird das Immunsystem zu einer verbesserten Krebsabwehr angeregt. Eine der neuesten medizinischen Entwicklungen sind die sogenannten Checkpoint-Inhibitoren. Vereinfacht ausgedrückt setzen diese Medikamente am Immunsystem an und aktivieren die zuvor durch den Krebs gebremste Abwehrkraft. Das Verfahren funktioniert allerdings bislang noch nicht bei allen Krebsarten. In der Veramed Klinik kombinieren wir die fortschrittlichsten Behandlungsmethoden der Schulmedizin mit Ganzheitsmedizin und Naturheilverfahren.

Wann ist Naturheilkunde sinnvoll?

Dr. Müller-Stahl: Viele verbinden Krebs ausschließlich mit Operation, Chemotherapie und Bestrahlung. Weniger bekannt ist die Komplementärmedizin, die nicht nur den Krebs bekämpft, sondern auch die Selbstheilungskräfte aktiviert, das Immunsystem stärkt und helfen kann, Nebenwirkungen der Chemotherapie zu reduzieren. Dazu zählt zum Beispiel die Misteltherapie. Mistelextrakte können nachweislich die Lebensqualität verbessern und zum Beispiel tumorabhängige Schmerzen lindern. Bei der sogenannten Hyperthermie hilft der gezielte therapeutische Einsatz von Wärme bei der Zerstörung von Tumorzellen. Unsere Patienten schätzen im Rahmen der Chemotherapie auch besonders das Verfahren der Kopfhautkühlung. Mithilfe einer Silikonkappe wird die Kopfhaut auf 19 °C gekühlt. Dadurch lässt sich der Haarverlust verringern oder sogar ganz verhindern. Allein der Erhalt der Kopfhaare bedeutet für die meisten Krebspatienten schon viel mehr Lebensqualität. Aber auch andere Behandlungsformen, wie etwa physikalische Therapien, Bewegungstherapie, Akupunktur und vor allem psycho-onkologische Therapie zur Aktivierung der Selbstheilungskräfte sind wichtige ergänzende Strategien zur Krankheitsbewältigung und werden mit unseren Patienten individuell abgestimmt.

Welche Rückmeldungen erhalten Sie von Ihren Patienten?

Dr. Müller-Stahl: Tatsächlich höre ich immer mal wieder, dass sich Patienten bei uns das erste Mal ernst genommen und behütet fühlen. Die Diagnose Krebs ist an sich schon tragisch genug. Deshalb ist es umso wichtiger, für die Patienten eine angenehme Umgebung zu schaffen, in der sie sich wohlfühlen. Dazu gehört auch, dass sie bei uns nicht als beliebige Nummer behandelt werden und ein vorgefertigtes Standardtherapieverfahren vorgesetzt bekommen. Die Meinung unserer Patientinnen und Patienten ist uns wichtig, denn sie müssen sich mit der Behandlung wohlfühlen. Wenn alle an einem Strang ziehen, ist der Kampf gegen den Krebs am erfolgreichsten. Von einem Patienten habe ich auch die Rückmeldung erhalten, dass es für ihn sehr wohl einen Unterschied macht, ob man während einer Chemotherapie-Sitzung in einem unpersönlichen Großraum auf eine weiße Wand starrt oder in einem Einzelzimmer den Blick aus dem Fenster auf die Berge genießt – und das ohne lange Wartezeiten oder stressige Anreise. Übrigens: Viele Patienten kommen auch immer wieder für einen stationären Aufenthalt oder für eine ambulante Therapie – da bilden sich auch schon mal Freundschaften unter den Betroffenen.

Welche Krebsarten werden behandelt und was kostet das?

Dr. Müller-Stahl: Wir behandeln alle Krebsarten und jedes Stadium der Erkrankung. Die Therapiekosten werden in vollem Umfang für gesetzlich und privat Krankenversicherte sowie Beihilfeberechtigte übernommen. Viele Patienten kommen etwa direkt bei Diagnosestellung und bleiben ein paar Tage, um gemeinsam den Befund zu besprechen und Strategien zu erlernen, um mit dieser Diagnose besser umgehen zu können. Manche kommen – wenn sie die konventionelle Therapie nicht gut vertragen – aus anderen Kliniken, mit denen wir gerne und umfangreich zusammenarbeiten. Wir haben auch viele Patienten hier, die Begleiterkrankungen behandeln lassen. Zum Beispiel das sogenannte Fatigue Syndrom, eine durch den Krebs ausgelöste Erschöpfung.

Können Betroffene einfach anrufen, wenn es ihnen schlecht geht?

Dr. Müller-Stahl: Ja, Krebspatienten sollten nicht zögern und uns gleich anrufen. Vor allem im Akutfall ermöglichen wir eine sofortige Behandlung. Zum Beispiel bei schweren Therapienebenwirkungen oder auch fieberhaften Infekten, einem geschwächten Immunsystem, Durchfall, Fatigue-Syndrom, Austrocknung oder akuten Schmerzen.  

Telefon: 08034/3020 | E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


 

Die ganze Sonderseite können Sie hier als PDF herunterladen:

 Gibt_es_bei_Krebs_nur_Chemo_27022021.pdf

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